Ein Heimkinosystem besteht aus verschiedenen Komponenten. In der Regel aus einem Breibildfernseher oder Beamer, einem Wiedergabegerät (DVD- oder Blu Ray Player), einem Receiver und einem Surround-Soundsystem.
Die Kriterien an ein Heimkinosystem richten sich nach den individuellen Ansprüchen des Käufers, seinem Budget und der Raumgröße. Günstige Heimkinosysteme gibt es schon für einen Preis bis zu 300€. Wirklich gute Heimkinosysteme sind deutlich teurer. Lesen Sie den gesamten Bericht
Heimkinosysteme

Moderne Heimkinosysteme sind in der Lage, selbst im kleinsten Wohnzimmer Kinoatmosphäre aufkommen zu lassen. Dabei bestehen Heimkinosysteme immer aus mehreren Komponenten, die erst im Zusammenspiel ihr gesamtes Potential entfalten können. Für höchsten Kinogenuss ist die sorgfältige Abstimmung der einzelnen Komponenten daher von entscheidender Bedeutung. Alle Heimkinosysteme bestehen zumindest aus einem
Fernsehgerät, bzw. einem Beamer mit entsprechender Leinwand, einem Soundsystem, einem Receiver und einem Wiedergabegerät für DVDs. Zusätzlich können je nach finanziellen Möglichkeiten und Ansprüchen noch weitere Geräte zum Einsatz kommen.
Hersteller
Inzwischen sind von verschiedenen Herstellern komplette Heimkinosysteme erhältlich, deren Lieferumfang für gewöhnlich bereits alle Komponenten mit Ausnahme des Fernsehgerätes oder des Beamers enthält. Der Vorteil solcher Komplettpakete besteht neben dem vergleichsweise geringen Preis darin, dass die Kompatibilität der einzelnen Geräte untereinander gewährleistet ist und daher kaum technisches Verständnis nötig ist, um eine gute Bild- und Tonqualität zu erreichen. Der Kauf von Einzelgeräten lässt dagegen mehr Spielraum für individuelle Anpassungen.
Fernseher und Beamer
Wer sein Heimkino ohne große Umbauten in sein Wohnzimmer integrieren möchte, kann einfach ein Fernsehgerät als Bildfläche nutzen. Plasma-Fernsehgeräte liefern auch bei größeren Bildschirmgrößen aus jedem Blickwinkel brillante Bilder, Fernsehgeräte mit LCD - Bildschirm sind vor allem geeignet, wenn auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen wie Tageslicht optimales Sehvergnügen garantiert werden soll. Die momentan besten Geräte sind mit stromsparenden LED-Bildschirmen ausgerüstet. Wichtig ist, dass das Fernsehgerät über eine HDMI-Schnittstelle verfügt. DVI ist ein veraltetes Format.
Bei ausreichendem Platz lässt sich mit einem Beamer und einer entsprechenden Projektionsfläche auch die Deluxe-Variante der Heimkinosysteme umsetzen. Hier kann man zwischen qualitativ herausragenden DLP-Beamern und deutlich preisgünstigeren LCD-Beamern wählen. Als Projektionsfläche eignet sich im Grunde bereits eine ausreichend große, mit matter, weißer Spezialfarbe gestrichene Wand, die allerdings völlig glatt sein muss. Einfacher lässt sich eine glatte Oberfläche mit einer speziell für Heimkinosysteme hergestellten Leinwand erreichen. Entscheidend für die Bildqualität ist die Beschaffenheit des Leinwandmaterials. Die Reflexionsfähigkeit der Leinwand wird in "Gain" angegeben und sollte für Heimkinosysteme zwischen 1,3 und 1,8 liegen. Um Wellenbildung zu verhindern, werden große Leinwände am Besten fest an der Wand installiert. Es gibt allerdings auch portable Varianten, die einfach bei Bedarf aufgestellt werden können. Wer nur gelegentlich Filme auf Leinwand sehen und keine festen Einbauten vornehmen möchte, ist mit dieser Variante gut beraten.
Leinwände

Leinwände lassen sich grundsätzlich in nahezu beliebiger Größe anbringen, allerdings sollte der Abstand zum Zuschauer nicht zu gering ausfallen. Ideal ist eine Leinwandgröße, die etwa halb so breit ist wie der Abstand der Zuschauer zur Leinwand. Wichtig für eine optimale Bildwiedergabe ist aber weniger die Größe der Leinwand, als vielmehr ihr Format. Hier ist darauf zu achten, dass dieses dem Format des Beamers entspricht.
Beamer sind in zwei Standardformaten erhältlich: dem normalen 4:3 Fernsehformat und dem 16:9 Kinoformat, das sich für Filmfans eher anbietet. Wer zusätzlich auch Filme im neuen 21:9 CinemaScope -Format ohne störende Balken genießen will, kann zusätzlich einen sogenannten Anamorphoten am Beamer anbringen, der allerdings relativ teuer ist. Die Lichtstärke des Beamers sollte von der Leinwandgröße abhängig gemacht werden: Je größer die Leinwand, desto höher muss die Lichtstärke des Beamers sein. Viel wichtiger als die Wahl der richtigen Leinwand und des richtigen Beamers ist also das Zusammenspiel beider Komponenten. Der beste Beamer liefert nur mittelmäßige Ergebnisse, wenn die Projektionsfläche nicht auf ihn abgestimmt ist. Heimkinosysteme müssen immer als Ganzes betrachtet werden, nur so lässt sich aus den gegebenen Möglichkeiten das Optimum herausholen.
Heimkino-Soundsysteme
Perfekt wird das Kinoerlebnis allerdings erst durch den passenden Klang. Auch bei der Zusammenstellung des Soundsystems hat die Kompatibilität der Geräte wieder höchste Priorität. Damit sich die Schallwellen optimal im Raum verteilen und dem Zuschauer das Gefühl vermitteln, am Geschehen der Leinwand teilzuhaben, werden je nach gewähltem Tonsystem mehrere Lautsprecher an verschiedenen Stellen des Raumes platziert. Die Entscheidung für ein Tonsystem hängt dabei wieder vom verfügbaren Platz und den persönlichen Ansprüchen ab.
Beim klassischen 5.1 Surround-Sound werden die 6 Tonkanäle von zwei Frontlautsprechern, die rechts und links der Leinwand oder des Fernsehgerätes aufgestellt werden, einem Center-Lautsprecher, der über oder unter der Projektionsfläche angebracht wird, zwei seitlich an der Sitzposition der Zuschauer ausgerichteten Surround-Lautsprechern und einem für die Tiefenfrequenzen zuständigen Subwoofer ausgegeben. 6.1 und 7.1 Surround-Soundsysteme arbeiten mit einem bzw. zwei zusätzlichen Back-Surround-Lautsprechern an der Rückwand. Die 1 steht dabei jeweils für die Anzahl der verwendeten Subwoofer.
Sitzposition enorm wichtig
In der Regel enthält die Bedienungsanleitung des Soundsystems genaue Anweisungen zur optimalen Aufstellung der einzelnen Lautsprecher. Trotz dieser ersten Orientierung muss der Feinschliff individuell erfolgen, da die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten wie Raumgröße und Bausubstanz ebenfalls Einfluss auf die Klangqualität haben. Hier müssen unter Umständen verschiedene Varianten vor Ort getestet werden, bis die Klangqualität den Ansprüchen entspricht. Dabei ist es wichtig, die
Sitzposition der Zuschauer vorher festzulegen und die Lautsprecher so zu arrangieren, dass sich die Zuschauer im sogenannten
"Sweet-Spot" befinden, an dem die Klangqualität ihr Optimum erreicht. Manche Heimkinosysteme besitzen Mikrofone, die man bei der Konfiguration an die Sitzposition stellt - dann richten sie die Lautsprecher vollautomatisch exakt aus.
Subwoofer
Beim Subwoofer ist dagegen weniger der genaue Aufstellungsort ausschlaggebend, als die Entkoppelung vom Boden, etwa durch Spikes. Um sogenannte Basslöcher zu verhindern, kann ein weiterer Subwoofer integriert werden. Generell kann mit Teppichen einem zu großen Widerhall entgegengewirkt werden. Wer wenig Platz hat oder keine Kabel verlegen möchte, kann auch auf eine
Soundbar zurückgreifen, die, platzsparend beim Fernsehgerät aufgestellt, zumindest
in kleineren Räumen gute Klangergebnisse liefern kann.
AV-Receiver
Das
wichtigste Gerät aller Heimkinosysteme ist der AV-Receiver, der für die Trennung der auf der DVD enthaltenen Tonkanäle zuständig ist und als Schaltzentrale für Audio und Video fungiert. Wer 6.1 oder 7.1 Surround-Sound nutzen möchte, muss auf einen Receiver achten, der diese Soundformate unterstützt, da die zusätzlichen Kanäle im Receiver generiert werden müssen. Die Abstimmung von Soundsystem und Receiver ist von höchster Bedeutung und entscheidet letzten Endes darüber, ob die Möglichkeiten des Equipments auch voll ausgeschöpft werden können.
DVD- oder Blu-Ray-Player
Um nun tatsächlich auch Filme auf die Leinwand zu bringen, benötigen Heimkinosysteme natürlich auch ein Wiedergabegerät. Hier kann je nach Vorliebe ein DVD-Player oder ein BluRay Player zum Einsatz kommen. Auch ein Laptop kann angeschlossen werden. An meinem Heimkinosystem etwa ist
das Fernsehen, ein Radio, eine Playstation 3, eine Wii und ein Laptop angeschlossen. Zu guter Letzt verdienen auch scheinbare Kleinigkeiten Beachtung.
Minderwertige Kabel können zu massiven Übertragungsverlusten führen. Um Verluste der Klang- und Bildqualität möglichst gering zu halten, sollten die Kabel darüber hinaus so kurz wie möglich verlegt werden.
So kann ein 1m Kabel entweder 3 Euro oder auch 30 Euro kosten. Wenn Sie Filme in Full-HD ansehen (Blu-Rays) oder eine Playstation 3 besitzen, benötigen Sie dringend ein solches Kabel. Bei Fernsehen oder einer Wii (kein Full-HD) dagegen reicht ein "normales" HDMI-Kabel. So ausgerüstet steht dem Kinovergnügen in den eigenen vier Wänden nichts mehr im Wege.